Video Creator Preise 2026: Was du im DACH-Raum verlangen kannst

Tagessatz, Projektpreis oder Paket? Realistische Video Creator Preise fuer DACH-Solos 2026, plus wie du hoeher pokerst statt Stunden zu verkaufen.

Cover zu Video Creator Preise 2026 mit aufsteigender Preis-Treppe, Euro-Symbolen und Kamera in ContentWerk-Gruen.
Die meisten verlangen die Haelfte, weil sie Stunden verkaufen statt Ergebnisse.

# Video Creator Preise: Was du 2026 im DACH-Raum wirklich verlangen kannst

Die meisten Video-Creator im DACH-Raum verlangen zu wenig. Nicht ein bisschen. Oft die Hälfte von dem, was der Markt zahlen würde. Der Grund ist fast immer derselbe: Sie verkaufen Stunden statt Ergebnisse.

Ich zeig dir in diesem Beitrag, wie du Preise ansetzt, die dein Können abbilden statt deine Unsicherheit, welche Spannen 2026 in Österreich und Deutschland realistisch sind, und wie du höher pokerst, ohne Kunden zu verlieren.

Warum du als Stundenverkäufer immer arm bleibst

Mein erster Tagessatz war peinlich niedrig. 250 Euro. Für einen ganzen Drehtag plus halben Tag Schnitt. Ich dachte, ich sei clever, weil ich günstiger war als alle anderen. War ich nicht. Ich war nur billig.

Das Problem mit dem Stunden-Denken: Der Kunde kauft kein Video, weil er Stunden braucht. Er kauft es, weil es ihm etwas bringt. Mehr Anfragen. Mehr Vertrauen. Ein Produkt, das sich besser verkauft. Du rechnest in Aufwand, er denkt in Wert. Und genau in dieser Lücke verschenkst du Geld.

Ein Beispiel, das mir hängengeblieben ist. Ein Imagefilm für einen Handwerksbetrieb, zwei Drehtage, eine Woche Schnitt. Nach Stunden hätte ich vielleicht 1.800 Euro verlangt. Ich hab 4.500 genommen, weil das Video auf der Startseite läuft und dem Kunden seit zwei Jahren Aufträge reinholt. Er hat ohne Zucken zugesagt. Der Aufwand war identisch. Der Preis nicht.

Wer in Stunden denkt, deckelt sich selbst. Schneller werden heißt dann weniger verdienen. Das ist absurd.

Tagessatz, Projektpreis, Paket: Was wann passt

Es gibt drei Wege, einen Videojob zu bepreisen. Jeder hat seinen Platz.

Tagessatz. Gut für planbare Drehtage, wenn der Umfang noch unklar ist oder sich laufend ändert. Der Kunde bucht deine Zeit, nicht ein fixes Ergebnis. Ehrlich, transparent, aber: Du landest wieder im Stunden-Falle-Denken, nur in größeren Blöcken. Nutz ihn als Anker, nicht als Standard.

Projektpreis. Ein fixer Preis für ein klar umrissenes Ergebnis. Ein Imagefilm. Eine Recruiting-Kampagne. Drei Reels für den Produktlaunch. Hier kannst du Wert einpreisen statt Stunden, und genau hier liegt dein Geld. Wichtig: Scope vorher schriftlich festnageln, sonst frisst dich der Kunde mit Extrawünschen auf.

Paket. Wiederkehrende Leistung als Abo. Vier Reels im Monat. Ein Content-Day pro Quartal. Das ist der Heilige Gral für planbares Einkommen, weil du nicht jeden Monat neu akquirieren musst. Ich hab das für drei Kunden umgesetzt, und der Unterschied im Kopf ist enorm: Du wachst nicht mehr mit Existenzangst auf.

Meine Empfehlung: Tagessatz als Notnagel, Projektpreis als Brot, Paket als Ziel.

Realistische Spannen im DACH-Raum 2026

Jetzt die Zahlen, auf die du wartest. Vorweg: Das sind keine Gesetze, sondern Korridore aus echten Aufträgen und Gesprächen mit Kollegen in Österreich und Deutschland. Alles netto, also ohne Umsatzsteuer.

Tagessätze:

  • Anfänger, erstes Jahr, noch wenig Referenzen: 350 bis 600 Euro
  • Solide, zwei bis vier Jahre, eigener Stil, zufriedene Kunden: 700 bis 1.200 Euro
  • Erfahren, starkes Portfolio, gefragt: 1.300 bis 2.500 Euro und nach oben offen

Projektpreise (typische Beispiele):

  • Social-Reel-Paket (3 bis 5 Clips aus einem Drehtag): 800 bis 2.500 Euro
  • Imagefilm für KMU (2 bis 3 Minuten): 2.500 bis 8.000 Euro
  • Recruiting-Video oder Produktfilm: 3.000 bis 12.000 Euro
  • Größere Kampagne mit mehreren Assets: ab 8.000 Euro aufwärts

Monats-Pakete (Content-Retainer):

  • Einstieg, ein paar Clips im Monat: 600 bis 1.200 Euro
  • Mittel, regelmäßige Produktion plus Strategie: 1.500 bis 3.500 Euro
  • Voll, du bist quasi das Video-Team: 4.000 Euro und mehr

Als Anker für den österreichischen Markt lohnt ein Blick auf die WKO-Richtwerte für Film- und Medienberufe. Die Wirtschaftskammer veröffentlicht Kalkulationshilfen, die regelmäßig deutlich über dem liegen, was Solos sich trauen zu verlangen. In Deutschland geben die IHK und Berufsverbände ähnliche Orientierung. Diese Werte sind kein Diktat, aber ein guter Realitätscheck: Wenn du weit darunter liegst, verkaufst du dich unter Wert.

Brutto, netto und der Fehler, der dich arm rechnet

Hier stolpern fast alle Anfänger. Du nennst einen Preis, der Kunde zahlt ihn, und du denkst, das ist dein Geld. Ist es nicht.

Von deinem Netto-Honorar gehen runter: Einkommensteuer, Sozialversicherung (in Österreich die SVS), Equipment-Abschreibung, Software-Abos, Versicherungen, Weiterbildung, und die ganze unbezahlte Zeit für Akquise, Angebote, Buchhaltung. Faustregel aus eigener Erfahrung: Von einem Euro Umsatz bleibt dir am Ende vielleicht die Hälfte als das, was man umgangssprachlich verdienen nennt. Oft weniger.

Wenn du als Kleinunternehmer unter die Kleinunternehmerregelung fällst, weist du keine Umsatzsteuer aus. Klingt gut, ist aber ein Deckel: Überschreitest du die Grenze, wird es kompliziert, und du verlierst den Vorsteuerabzug. Sobald du investierst, lohnt der Wechsel zur Regelbesteuerung oft. Das ist ein Steuerberater-Gespräch, kein Blog-Thema, aber wissen solltest du es.

Der Punkt: Rechne immer rückwärts. Was willst du am Monatsende auf dem Konto haben? Multipliziere das großzügig hoch, dann hast du deinen nötigen Umsatz. Wer von der anderen Seite startet, also vom Tagessatz, der landet fast immer zu tief.

Höher pokern, ohne den Kunden zu verlieren

Preise erhöhen ist Kopfsache, nicht Marktsache. Der Markt zahlt mehr, als du glaubst. Was dich bremst, sitzt zwischen deinen Ohren.

Ein paar Dinge, die bei mir und bei Leuten in meinem Umfeld funktioniert haben:

  • Nenn den Preis selbstbewusst und halt dann den Mund. Wer nach der Zahl sofort weiterredet und sich rechtfertigt, signalisiert: Ich glaube selbst nicht dran. Sag die Zahl. Schweig. Lass den Kunden reagieren.
  • Argumentiere das Ergebnis, nie den Aufwand. Nicht "das sind zwei Drehtage", sondern "damit hast du sechs Monate Content, der verkauft". Der Kunde kauft den Effekt, nicht deine Mühe.
  • Gib keine Rabatte, gib weniger Leistung. Will jemand runter im Preis, nimm etwas aus dem Paket raus. Sonst lernt der Kunde, dass dein erster Preis Fantasie war, und du verlierst beim nächsten Mal sofort.
  • Arbeite mit Ankern. Stell zuerst das große Paket vor, dann wirkt das mittlere fair. Drei Optionen, der Kunde wählt fast immer die Mitte. Bau die Mitte so, dass sie dein Wunschdeal ist.
  • Erhöh regelmäßig. Jedes Jahr, mindestens bei neuen Kunden. Wer drei Jahre denselben Tagessatz nimmt, verliert real durch Inflation und durch wachsendes Können doppelt.
  • Lern, nein zu sagen. Der teuerste Kunde ist der, der dich runterhandelt und dann am meisten Arbeit macht. Ein klares Nein schützt deinen Preis und deinen Kopf.

Als ich meinen ersten 2.000-Euro-Auftrag verhandelt hab, hab ich vorher dreimal geschluckt, bevor ich die Zahl rausbrachte. Der Kunde sagte nur: "Passt." Da hab ich gemerkt, wie viel Geld ich jahrelang liegen gelassen hatte, nur weil ich mich nicht getraut hab.

Dein erster Schritt

Nimm deinen aktuellen Tagessatz und schlag 30 Prozent drauf. Beim nächsten neuen Kunden nennst du diesen Preis. Ohne Erklärung, ohne Entschuldigung. Wenn er zusagt, weißt du, du warst zu billig. Wenn er zögert, hast du Verhandlungsmasse. Verlieren kannst du dabei fast nichts, weil dieser Kunde dich vorher eh nicht kannte.

Und hör auf, in Stunden zu denken. Ein Video ist kein Zeitaufwand, den du abrechnest. Es ist ein Ergebnis, das dem Kunden Geld bringt. Preis es so.

Wenn du dich mit anderen Solo-Creatorn austauschen willst, die genau an diesen Themen arbeiten, schau in die ContentWerk Community. Da reden wir Klartext über Preise, Akquise und das, was wirklich zahlt.

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