DaVinci Resolve 21: Fotos bearbeiten ohne Lightroom-Abo
DaVinci Resolve 21 bringt eine gratis Foto-Page mit echten Color-Tools. Kann sie dein Lightroom-Abo wirklich ersetzen? Der ehrliche Solo-Check.
Ich zahle seit Jahren Adobe für Lightroom. Jeden Monat. Und die ganze Zeit gab es DaVinci Resolve, gratis. Seit dem 3. Juni 2026 fühlt sich dieses Abo ziemlich dumm an.
Resolve 21 ist raus. Und Blackmagic hat eine komplette Foto-Page reingebaut. Stand-alone Foto-Bearbeitung, direkt im selben Programm, mit dem ich seit Jahren meine Videos grade.
Das heißt konkret: schneiden, graden und Fotos bearbeiten in einem Tool, das null Euro kostet. Ob das dein Lightroom-Abo wirklich killt, hängt von ein paar Details ab. Genau die gehen wir jetzt durch, ehrlich, nicht als Werbung.
Was die neue Foto-Page wirklich kann
Blackmagic hat keine abgespeckte Spielwiese gebaut. Die Foto-Page hängt direkt am Color-Page-Workflow von Resolve. Das ist der Teil, der das Programm in Hollywood-Suiten gebracht hat.
Du bekommst auf Standbilder also die echten Werkzeuge:
- Primär-Korrekturen und Kurven
- Qualifier: also Farben gezielt isolieren und nur die anpassen
- Power Windows für lokale Korrekturen ohne Maskerei-Frust
- Node-basiertes Grading, gestapelt, wie bei Video
Dazu native RAW-Unterstützung für die großen Kamera-Hersteller. Du kannst deinen kompletten Lightroom-Katalog importieren. Auf dem Mac klinkt sich Resolve direkt in Apple Fotos ein. Und Batch-Export läuft GPU-beschleunigt: 200 Bilder rausrendern, ohne dass der Rechner in die Knie geht.
Aus Sicht eines Videografen ist das der eigentliche Punkt: Wer in Nodes denkt, kann den trainierten Workflow plötzlich auch für Fotos verwenden. Genau da dürfte es bei vielen klick machen.
Die acht KI-Tools, und welche du tatsächlich brauchst
Resolve 21 bringt acht neue KI-Funktionen. Die meisten Listen feiern alle gleich laut. Ich nicht. Drei sind für Solo-Creator wirklich relevant:
- IntelliSearch: Du tippst "Person am Fenster mit Kaffee" und Resolve findet den Clip oder das Foto im Projekt. Bei tausenden Files pro Kunde spart das echt Zeit.
- CineFocus: verschiebt den Fokuspunkt nachträglich. Klingt nach Spielerei, rettet aber den einen Take, bei dem der Autofokus auf die Schulter statt aufs Auge gesprungen ist. Kennt jeder, der allein dreht.
- Gesichts-Verfeinerung: dezente Haut-Retusche ohne Plastik-Look. Für Talking-Head-Content brauchbar, wenn man es nicht übertreibt.
Der Rest ist nett, aber kein Grund umzusteigen. Lass dich von "acht KI-Tools" nicht blenden. Zwei, drei davon nutzt du wirklich, der Rest staubt ein.
Gratis vs. 295 Euro, und warum das kein Abo ist
Jetzt der Teil, der zählt. Die meisten Foto-Features stecken in der kostenlosen Version. Nicht als Trial, nicht als Lockmittel, einfach drin.
Nur zwei Dinge hängen hinter der Studio-Version: AI Magic Mask und der Film Look Creator. Studio kostet 295 Euro. Einmalig. Kein Monatsabo, kein Jahresabo, keine automatische Verlängerung, die dir im März die Kreditkarte belastet.
Rechne das mal gegen. Ein Lightroom-Abo liegt im DACH-Raum bei rund 12 bis 24 Euro im Monat, je nach Paket. Nach gut einem Jahr hast du die Resolve-Studio-Lizenz schon abbezahlt, und besitzt sie dann. Für immer. Die kostenlose Version reicht für die meisten Solos sowieso völlig.
Für wen sich der Umstieg lohnt, und für wen nicht
Sei ehrlich mit dir. Resolve ist mächtig, aber es ist kein Lightroom-Klon. Der Einstieg fühlt sich am Anfang sperrig an, wenn du nur schnell mal ein Foto aufhellen willst.
Umsteigen lohnt sich, wenn:
- du eh schon Video in Resolve schneidest, dann ist Foto gratis dazu
- du Color Grading liebst und tiefe Kontrolle willst
- du raus aus dem Abo-Hamsterrad willst
Bleib bei Lightroom, wenn:
- dein ganzer Workflow auf der Adobe-Cloud-Sync liegt und mobile dazugehört
- du Presets aus einer riesigen Community ziehst
- du nur drei Klicks pro Foto machst und Tiefe dich eher nervt
Es gibt keinen Preis fürs Leiden. Wenn dein System läuft, muss es nicht kaputtrepariert werden.
Mein Take
Ich produziere seit über zehn Jahren Video, ein Teil davon fürs österreichische Fernsehen, und ich hab in der Zeit jedes Tool kommen und gehen sehen. Was Blackmagic hier macht, ist clever: Sie geben das Foto-Modul fast komplett gratis raus und holen sich Leute, die später vielleicht Studio kaufen.
Für dich als Solo bedeutet das eine seltene Sache: ein echtes Profi-Tool, das deinen Abo-Stack kleiner macht statt größer. Einen eigenen Praxistest mit der Foto-Page hab ich noch nicht gemacht.
Mein Rat: Lad dir die kostenlose Version, zieh eine alte Foto-Serie rein und gib dir eine Stunde. Wenn der Node-Workflow bei dir klick macht, sparst du dir ab sofort jeden Monat Geld.
Wenn du beim Umstieg auf selbstgebaute Systeme statt Abo-Stacks Rückenwind brauchst: Genau darum dreht sich die ContentWerk Community. Komm vorbei, da geht es um genau solche Setups.
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