LinkedIn Depth Score: Likes sind tot, Verweildauer zählt
LinkedIn misst 2026 wie lange Leute deinen Post lesen, nicht wie viele liken. Was Selbstständige jetzt umstellen müssen, damit der Reach nicht einbricht.
# LinkedIn Depth Score: Likes sind tot, Verweildauer zählt
Likes sind seit dieser Woche offiziell die schlechteste Metrik auf LinkedIn.
Ich erklär dir warum. Und was du jetzt anders schreiben musst, damit dein Profil 2026 noch sichtbar bleibt.
Was LinkedIn 2026 wirklich misst
LinkedIn hat sein Ranking-System still umgebaut. Das neue Signal heißt Depth Score. Übersetzt: Wie lange bleibt jemand bei deinem Post hängen, bevor er weiterscrollt?
Klick zählt nicht. Like zählt nicht. Sogar Kommentare allein zählen weniger als früher.
Was zählt: Zeit. Aufmerksamkeit. Reading-Time.
Konkret heißt das — der Algorithmus schaut: Wenn du den Post öffnest, scrollst du sofort weg? Oder bleibst du drei Sekunden, fünfzehn, dreißig? Klappst du das "...mehr anzeigen" auf? Springst du in die Kommentare und liest mit?
All das wird gewichtet. Likes sind nur noch ein schwaches Zusatz-Signal.
Warum LinkedIn das macht
Hier wird's interessant. Ich hab das beim Anschauen von ein paar Test-Posts auf meinem Account gemerkt — die mit mehr Likes hatten teilweise WENIGER Reach als die mit weniger Likes aber längerem Lesetext.
Hat mich am Anfang verwirrt. Macht aber Sinn wenn du es vom Plattform-Standpunkt siehst: LinkedIn will eine professionelle Plattform sein. Hunderte Likes für ein 30-Wort-Posting beweisen nichts. Aber zwei Minuten Verweildauer beweisen Wert.
Und Werbekunden wollen Aufmerksamkeit, keine Daumen.
Was sich für dich konkret ändert
Vier praktische Konsequenzen:
1. Schreib länger. Nicht aufgebläht. Aber substanziell. Eine knackige Idee in fünf Zeilen wird vom Algorithmus jetzt überrollt von einer ausgearbeiteten Idee in 800 Zeichen.
2. Bau die ersten zwei Zeilen wie einen Cliffhanger. Die entscheiden ob jemand auf "...mehr anzeigen" klickt. Wenn der Klick kommt, hast du Depth Score gewonnen.
3. Hör auf, externe Links in den Post-Body zu setzen. LinkedIn drückt Posts mit Off-Platform-Links jetzt aggressiv runter. Link in den ersten Kommentar. Das ist nicht neu, aber jetzt nicht mehr optional.
4. Carousels schlagen Einzelbilder. Document-style Posts und Carousels haben aktuell die höchste durchschnittliche Verweildauer. Jeder Slide-Wechsel ist ein zusätzliches Engagement-Signal.
Welche Inhalte LinkedIn jetzt belohnt
Aus den Update-Notes von Buffer und Sprout Social: Der Algorithmus pusht expert-led content. Frameworks. Industry Breakdowns. Mit Daten unterfütterte Insights.
Was er nicht mehr pusht: Lifestyle-Selfies. Vage Motivations-Posts. "12 Lessons aus meinem letzten Quartal" ohne konkrete Substanz.
Das hat eine harte Konsequenz für Selbstständige. Die LinkedIn-Strategie "ich poste meine Gedanken und schau was passiert" funktioniert nicht mehr. Du brauchst einen Standpunkt. Du brauchst ein Thema. Du brauchst Tiefe.
Drei Sätze über deine Branche, gefolgt von einem konkreten Mini-Framework, schlägt 15 Sätze über deine Sommer-Inspiration.
Carousel-Format ist gerade die fetteste Wette
Ich hab seit ein paar Wochen meine längeren Inhalte auf Carousels umgebaut. Sechs Slides. Pro Slide eine Idee, ein Bild, max 30 Wörter Text. Ergebnis: ungefähr verdreifachter Reach gegenüber den gleichen Themen als Text-Post.
Warum funktioniert das so gut? Weil jeder Wisch auf den nächsten Slide ein Engagement-Tick ist. Sechs Slides = sechs Mikro-Interaktionen = sechsfacher Depth-Score-Input gegenüber einem statischen Text.
Ein Bild reicht heute nicht mehr. Eine ganze Story durch ein Format das Bewegung erzwingt. Das ist der neue Standard.
Personal Page vs. Company Page — der größte Hebel
Eine Zahl die du wissen musst: 65 Prozent der LinkedIn-Feed-Allokation geht an persönliche Profile. Company Pages bekommen nur noch etwa 5 Prozent.
Anders gesagt: Ein Post von dir als Person erreicht im Schnitt 8x mehr Leute als der gleiche Post auf deiner Firmen-Seite.
Wenn du als Solo eine Company Page bespielst und dein Personal Profil leer lässt, optimierst du den falschen Hebel. Hart.
Ich seh das ständig bei Selbstständigen. Sauber gepflegte Firmenseite. Leeres Personal Profil. Falsch herum.
Was ich diese Woche umgestellt habe
Drei kleine Änderungen, die du heute machen kannst:
- Erste Zeile = Hook (max 8 Wörter, neugierig machen, keine Höflichkeitsfloskel)
- Externe Links raus aus dem Body, rein in den ersten eigenen Kommentar
- Wenn das Thema mehr als 200 Wörter braucht: bau es als Carousel mit 6 Slides um
Das sind keine Tricks. Das sind die direkten Konsequenzen aus dem Depth-Score-Update. Die Leute die das jetzt verstanden haben, holen die Reach raus die andere im Sommer noch verlieren werden.
LinkedIn ist gerade einer der wenigen Kanäle wo Selbstständige mit minimalem Budget noch organisch wachsen können. In den letzten 10 Jahren in Social Media hab ich Plattformen kommen und gehen sehen. Der LinkedIn-Moment für Solos ist gerade jetzt. Aber nur wenn du verstehst was der Algorithmus belohnt.
Wenn dich solche Updates und der praktische Workflow drumrum interessieren — in der ContentWerk Community tauschen wir genau solche Sachen wöchentlich aus. Inklusive konkreter Post-Templates und was bei welchem Profil gerade durchgeht.
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