iPhone 18 Pro Log in HEVC: so filmst du ohne ProRes-Speicherfalle
Log heißt in der iPhone-Kamera-App automatisch ProRes HQ. Mit Final Cut Camera oder Blackmagic Camera filmst du Log in HEVC und sparst Speicher.
Wer am iPhone 18 Pro in der normalen Kamera-App Log aktiviert, bekommt ProRes HQ dazu. Ob er will oder nicht.
Klingt nach Profi-Feature. Ist im Alltag eine Speicherfalle. Laut Apple belegt eine Minute 4K-ProRes bei 30 fps rund 6 GB. Ein zehnminütiges Talking-Head-Video frisst damit grob 60 GB, bevor du überhaupt geschnitten hast.
Die gute Nachricht: Log geht auch in HEVC. Nur eben nicht in der Kamera-App von Apple. Hier ist, welche Apps das können, wann HEVC-Log reicht und wann du doch ProRes brauchst.
Das Problem: Log heißt in der Kamera-App automatisch ProRes
Iain Anderson hat das in seinem Review des iPhone 18 Pro Max für ProVideo Coalition (17.09.2026) auf den Punkt gebracht: Wer in der Standard-Kamera-App in Log filmen will, kann das nur mit ProRes HQ. Seine Forderung an Apple: Log auch in HEVC erlauben, so wie es Blackmagic Camera, Kino und Apples eigene Final Cut Camera längst tun.
Warum das zählt? Log ist für die meisten Solo-Creator der eigentlich spannende Teil. Flaches Bild, mehr Dynamikumfang, mehr Spielraum beim Graden. ProRes ist dagegen ein Schnitt- und Mastering-Codec. Riesige Dateien, die auf dem Handy schnell unhandlich werden. Zwei verschiedene Entscheidungen, die Apple in der Kamera-App aneinanderkettet.
Die Folgen in der Praxis:
- Der interne Speicher ist nach ein paar Drehs voll.
- Ohne externe SSD am USB-C-Port wird ein längerer Dreh zum Rechenspiel.
- Der Upload in die Cloud oder auf den Laptop dauert ewig.
- Dein Schnittrechner muss die Datenmengen auch noch verdauen.
Ich filme seit rund zehn Jahren Hochzeiten und Firmenvideos, iPhones laufen dabei als echte Produktionskameras mit. Ich selbst filme rund 90 Prozent in H.265, meist mit der Blackmagic Camera App. Mein Take: Für das meiste, was Solos drehen, ist ProRes Overkill. Log dagegen oft nicht.
Log in HEVC: drei Apps, die das schon können
Andersons Review nennt drei Apps als Beispiele, die Log in HEVC aufnehmen. Alle laufen auf dem iPhone 18 Pro.
- Final Cut Camera (Apple, gratis): Log in HEVC gibt es seit Version 1.1, ab iPhone 15 Pro. Seit Version 2.0 auch Apple Log 2, das einen noch größeren Farbraum aufzeichnet, in ProRes oder HEVC, ab iPhone 17 Pro. Die frische Version 2.4 bringt zusätzlich die Blendensteuerung des iPhone 18 Pro mit.
- Blackmagic Camera (gratis): Oberfläche wie bei einer Cinema-Kamera, alle manuellen Regler, Log in HEVC inklusive. Seit Version 3.5 (25.09.2026) steuert die App auch die variable Blende des 18 Pro.
- Kino (kostenpflichtig): Schlanker als Blackmagic, mit Presets für schnelle Setups. Log in HEVC ebenfalls drin.
Wenn du ohnehin in der Apple-Welt schneidest, würde ich mit Final Cut Camera anfangen. Gratis, von Apple gepflegt, und du kannst Log mit der Apple-Log-LUT in der Vorschau ansehen. Du siehst also beim Dreh ein normales Bild statt einer grauen Suppe.
Wann HEVC-Log reicht und wann ProRes sein muss
HEVC ist stark komprimiert. Das ist der Preis für kleine Dateien. Beim Graden merkst du das vor allem dann, wenn du Farben stark verbiegst oder Schatten massiv anhebst.
HEVC-Log reicht meistens für:
- Talking-Heads und Interviews mit sauberem Licht
- Reels, Shorts und TikToks, die ohnehin stark komprimiert ausgespielt werden
- B-Roll für YouTube, die du nur leicht gradest
- Lange Drehs, bei denen Speicher und Akku die echten Grenzen sind
- Alles, was am selben Tag noch raus muss
- Drehs ohne SSD-Rig, bei denen nur das nackte iPhone dabei ist
ProRes lohnt sich eher bei:
- Kundenprojekten mit aufwendigem Grading oder Keying vor Greenscreen
- Multicam-Drehs, die mit anderen Kameras farblich zusammenpassen müssen
- Szenen mit extremem Kontrast, wo du jedes Bit Spielraum brauchst
Was ich selbst nicht getestet habe: wie groß der sichtbare Unterschied zwischen HEVC-Log und ProRes-Log speziell beim iPhone 18 Pro ausfällt. Belastbare Vergleiche dazu habe ich bisher nicht gefunden. Die Grundregel gilt aber seit Jahren über alle Kameras hinweg: Je weniger du im Grading verbiegst, desto weniger spielt der Codec eine Rolle.
So stellst du Log in HEVC ein (Final Cut Camera)
Der Ablauf in Final Cut Camera, kurz und ohne Umwege:
- Final Cut Camera aus dem App Store laden und auf die aktuelle Version bringen.
- In den Videoformat-Einstellungen als Codec HEVC wählen (nicht ProRes) und Log-Aufnahme aktivieren. Auf iPhone 17 Pro und 18 Pro steht dir Apple Log 2 zur Verfügung.
- Die Apple-Log-LUT für die Vorschau einschalten, damit du Belichtung und Hauttöne beim Dreh richtig beurteilst.
- Im Schnitt die passende Apple-Log-LUT als Basis drüberlegen, dann erst feinjustieren.
Ein Hinweis zu Schritt 4: Apple Log 2 braucht im Schnittprogramm die passende Umwandlung. Prüf vor dem ersten echten Projekt mit einem kurzen Testclip, ob deine Software das Material korrekt erkennt. Das spart dir den Schreckmoment, wenn der Kunde wartet.
Wer lieber mit Blackmagic Camera arbeitet: Dort findest du Codec und Farbprofil getrennt voneinander in den Aufnahme-Einstellungen. Genau das, was Apple in der eigenen Kamera-App nicht trennt.
Mein Take: Codec nach Projekt wählen, nicht nach Gefühl
Das iPhone 18 Pro ist eine ernsthafte Videokamera. ProRes RAW, Apple Log 2, Genlock, externe SSDs bis 4K120. Aber die meisten Selbstständigen brauchen davon für den Alltag einen Bruchteil.
Die sinnvollste Einstellung für Solo-Creator ist für mich deshalb: Final Cut Camera oder Blackmagic Camera, HEVC, Log an, LUT-Vorschau an. ProRes holst du nur raus, wenn ein Projekt es wirklich verlangt. Dann aber mit SSD, nicht mit dem internen Speicher.
Apple wird die Trennung von Log und ProRes in der Kamera-App vielleicht irgendwann nachreichen. Warten musst du darauf nicht.
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